Wissenswertes über Staatsanleihen

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Staatsanleihen haben ihren festen Platz in den tagesaktuellen Wirtschaftsnachrichten. Ihre Bedeutung in der aktuell schwierigen Lage um öffentliche Schulden und Eurokrise scheint immens zu sein. Doch was ist eigentlich eine Staatsanleihe und warum spielt sie derzeit eine so herausragende Rolle?

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Eine Anleihe, die ein Staat auf dem Finanzmarkt, zu platzieren sucht, ist ein Wertpapier, welches dem Besitzer belegt, dass dieser dem Staat Geld geliehen hat. Daher ist diese Anleihe also nicht anderes als ein aufgenommener Kredit. Die meisten Staaten finanzieren ihre Ausgaben für öffentliche Einrichtungen, Personal oder Investitionen nicht allein über Steuern und Gebühren, sondern müssen wie ein Unternehmen vielfach auch Schulden machen, damit sie ihren Aufgaben gerecht werden können. Das entsprechende Geld leihen sie sich von Banken, anderen Staaten oder Privatpersonen.

Staatsanleihen oder Bundeswertpapiere, wie sie in Deutschland heißen, sind für den Kreditgeber für gewöhnlich eine sichere und risikolose Geldanlage. Das heißt, dass er Teile seines Vermögens sicher durch die Aufnahme von Staatsanleihen „parken“ kann, für diese allerdings auch keine besonders hohen Zinsen erhält. Zinsen sind schließlich eine so genannte Risikoprämie. Je höher der Zins, desto riskanter ist die Anlage. Man kann mit ihr viel Geld gewinnen, aber auch viel verlieren. Bei einer Anleihe vom Staat ist das für gewöhnlich nicht der Fall.

Wie seit einiger Zeit aber fast täglich zu hören ist, hat sich die Lage auf den Finanzmärkten rund um die europäischen Staatsanleihen massiv verändert. Einige, vor allem südeuropäische, Staaten haben sich bei ihrer Schuldenaufnahme übernommen und drohen nun, zahlungsunfähig zu werden. In diesem Fall könnten sie den Gläubigern, also den Haltern von Staatsanleihen, ihr Geld nicht mehr zurückzahlen. Eine Anleihe für die betreffenden Länder wie Griechenland, Italien oder Portugal wird daher in diesen Zeiten zum Risikogeschäft. Die Zinsen sind dementsprechend in den vergangenen Jahren massiv angestiegen, da die Märkte die Insolvenz dieser Länder befürchten. Kaum jemand will in dieser Situation noch in derartige Staatsanleihen investieren, weil sie zu unsicher sind.

Gegenmaßnahmen wurden durch Rettungsschirme der restlichen Euroländer, Aufkäufe von Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank und strikte Sparkurse der entsprechenden Regierungen getroffen, die die Verschuldung mit Macht absenken wollen. Ob diese Maßnahmen wirken werden, ist jedoch unsicher. Sicher sind im Gegensatz dazu die deutschen Staatsanleihen. Sie erhalten von den namhaften Ratingagenturen noch immer die Bestnote für die Kreditwürdigkeit.