Diversifikation – Kapital verteilen und Risiken verringern

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Diversifikation - Kapital verteilen & Risiken verringernBei der Geldanlage existieren mehrere Methoden, wie Sie als Anleger Risiken verringern können. Trotzdem wird beispielsweise eine sehr effektive Maßnahme noch viel zu selten eingesetzt. Es handelt sich dabei um die Diversifikation, mit der die Aufteilung Ihres Kapitals auf unterschiedliche Finanzprodukte und Anlageformen gemeint ist. Ein gut diversifiziertes Portfolio hat diverse Vorteile, insbesondere die Reduzierung des Gesamtrisikos. Was Sie zum Thema Diversifikation wissen sollten, zum Beispiel die möglichst optimale Verteilung Ihres Kapital, darüber informieren wir Sie in unserem Beitrag.

Worum handelt es sich bei der Diversifikation?

Mit dem Fachbegriff Diversifikation ist gemeint, dass Sie Ihr für Investitionszwecke zur Verfügung stehendes Kapital aufteilen. Statt also beispielsweise 20.000 Euro in einen Aktientitel zu investieren, würde die Diversifikation dazu führen, dass Sie diesen Betrag zum Beispiel in fünf gleichen Teilen auf fünf unterschiedliche Aktienwerte splitten. Der Hauptgrund für eine Diversifikation besteht darin, das Gesamtrisiko Ihres Investments zu reduzieren. Dies geschieht dadurch, dass eine einzelne Anlage einen geringeren Anteil an Ihrem Gesamtportfolio erhält, sodass sich Verluste bei einem Anlageprodukt nicht in dem Maße auswirken würden, als wenn Sie sich lediglich für ein Finanzprodukt entscheiden wurden.

Optimale Diversifikation – Verteilung des Kapitals auf mehrere Anlageklassen

Es gibt grundsätzlich keine einheitlichen Vorschriften oder Regeln, nach welchem Schema Sie Ihr Kapital diversifizieren sollten. Die Diversifikation ist daher sehr individuell, aber im optimalen Fall können Sie Ihr Kapital auf mindestens drei unterschiedlichen Anlageklassen verteilen.

Exkurs: Was sind Anlage- und Risikoklassen bei der Geldanlage?

Damit Sie verstehen, warum Sie bei einer optimalen Diversifikation Ihr Kapital auf mehrere Anlageklassen verteilen sollten, ist es natürlich wichtig zu wissen, worum es sich eigentlich bei den sogenannten Asset- oder Risikoklassen handelt. Sämtliche Anlageprodukte, die am Finanzmarkt existieren, lassen sich einer von fünf Risikoklassen zuordnen. Der Sinn und Zweck besteht darin, dass Sie anhand der Risikoklassen einschätzen können, wie hoch Ihr Verlustrisiko bei einem Investment durchschnittlich wäre.

Die Definition der Asset- und Risikoklassen sieht im Allgemeinen wie folgt aus:

  •  Risikoklasse 1 – sicherheitsorientiert
  •  Risikoklasse 2 – konservativ
  •  Risikoklasse 3 – ertragsorientiert
  •  Risikoklasse 4 – spekulativ
  •  Risikoklasse 5 – sehr spekulativ

Die Risikoklassen beziehen sich also vorrangig darauf, welche Einstellung Sie als Anleger haben. Sind Sie zum Beispiel sehr sicherheitsorientiert, kommen für Sie im Grunde nur Anlagen aus der Risikoklasse 1 infrage, zumindest dann, wenn Sie KEINE Diversifikation vornehmen. Nun können Sie an dieser Stelle durchaus entgegen, dass eine Diversifikation in dem Sinne nicht notwendig ist, weil Sie möglichst sicher investieren möchten. Dann könnten Sie sich einfach ausschließlich für Anlageprodukte aus der Risikoklasse 1 entscheiden, wie zum Beispiel Bundeswertpapiere, Festgelder oder Geldmarktfonds, die in Euro ausgegeben werden.

Das Problem besteht allerdings darin, dass Sie unter dieser Voraussetzung zwar auch ohne Diversifikation ein äußerst geringes Anlagerisiko hätten. Auf der anderen Seite wird Ihre Gesamtrendite allerdings sehr gering ausfallen, denn nahezu alle Anlageprodukte aus Risikoklasse 1 und zum Teil ebenso aus der Asset-Klasse 2 sind aktuell mit einem recht geringen Ertrag ausgestattet. Daraus leitet sich indirekt ein zweiter Sinn und Zweck der Diversifikation ab. Die Aufteilung des Kapitals soll nämlich nicht nur die Verringerung des Gesamtrisikos bewirken, sondern ebenfalls zu einer durchschnittlich omtimierten Rendite führen. Eine optimale Diversifikation führt also zu einem guten Verhältnis zwischen Risiko und Rendite.

Wie sehr lässt sich das Anlagerisiko durch die Diversifikation verringern?

Wenn davon die Rede ist, dass Sie durch eine gezielte Diversifikation Ihr Risiko von Verlusten verringern können, ist dies natürlich zunächst einmal eine pauschale und zum Teil abstrakte Aussage. Sicherlich wird Sie vor allem interessieren, in welchem Umfang sich das Risiko tatsächlich reduzieren lässt. Dies hängt natürlich davon ab, in welcher Form Sie Ihr Kapital aufteilen, welche Anlageprodukte aus welchen Risikoklassen Sie wählen und zu welchen Prozentsätzen Sie Ihr Investitionsvorhaben dann in welche Geldanlagen fließen lassen. Um trotzdem zu verdeutlichen, wie eine Diversifikation dazu führen kann, dass Sie Ihr Gesamtrisiko merkbar verringern können, möchten wir im Folgenden anhand von drei Beispielen zeigen, in welchem Umfang sich das Gesamtrisiko bei einem eintretenden Ereignis reduzieren lässt.

Portfolio 1: keine Diversifikation
Investitionskapital: 20.000 Euro
Telekom Aktien: 20.000 Euro
Kursrückgang: 30 Prozent
Gesamtverlust: 30 Prozent

Portfolio 2: mäßige Diversifikation
Investitionskapital: 20.000 Euro
Telekom Aktien: 6.000 Euro
Deutsche Bank Aktien: 7.000 Euro
BASF Aktien: 7.000 Euro
Kursrückgang bei Telekom Aktie: 30 Prozent
Gesamtverlust: 9 Prozent

Portfolio 3: gute Diversifikation
Investitionskapital: 20.000 Euro
Telekom Aktien: 4.000 Euro
Deutsche Bank Aktien: 4.000 Euro
BASF Aktien: 4.000 Euro
Wirecard Aktien: 4.000 Euro
Siemens Aktien: 4.000 Euro
Kursrückgang Telekom Aktie: 30 Prozent
Gesamtverlust: 6 Prozent

An diesem Beispiel erkennen Sie, dass die Höhe Ihres Gesamtverlustes mit steigender Diversifikation immer weiter abnimmt. In diesem Beispiel geht es natürlich nur um die positive Auswirkung der Kapitalstreuung im Hinblick auf die Sicherheit bzw. auf das verlängerte Risiko. Eine optimierte Rendite haben wir der Einfachheit halber nicht berücksichtigt. Der Unterschied zwischen gar keiner und einer guten Diversifikation beträgt in diesem Beispiel also fast 25 Prozent weniger Verlust für Sie. In Euro ausgedrückt heißt das, Sie hätten im Beispiel nicht 6.000 Euro verloren, sondern „lediglich“ 1.200 Euro. Die liegt natürlich daran, dass Sie mit einer Verteilung des Kapitals deutlich weniger in den einen Wert (Telekom) als ohne Diversifikation investiert haben.

Ab wann ist die Verteilung des Kapitals sinnvoll?

Eine Diversifikation ist zwar grundsätzlich empfehlenswert, eignet sich aber nicht für den kleineren Investitionsbedarf. Wenn Sie beispielsweise lediglich 1.000 oder 2.000 Euro zur Verfügung haben, sich also im Bereich der Kleinanleger befinden, macht es natürlich schon aus Kostengründen wenig Sinn, dieses Kapital beispielsweise auf vier oder fünf unterschiedliche Anlageformen und Finanzprodukte verteilt. Es gibt zwar keinen allgemeingültigen Wert, aber die meisten Experten empfehlen unter der Voraussetzung mit einer Aufteilung des Kapitals auf mehrere Anlageprodukte zu beginnen, dass Sie ein Vermögen von mindestens 5.000 bis 10.000 Euro investieren möchten.

Umso mehr Kapital Sie für Investitionszwecke insgesamt zur Verfügung haben, desto besser und effizienter können Sie natürlich eine Diversifikation vornehmen. Sie können sich auf diese Weise beispielsweise Ihren persönlichen Aktien-Basket (Aktienkorb) erstellen, sollten allerdings in regelmäßigen Abständen überprüfen, ob eventuelle Maßnahmen als Anpassung notwendig sind oder die bisherige Diversifikation nach wie vor in dieser Form sinnvoll ist.