Ratgeber Immobilienfonds: Das sollten Sie wissen

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Ratgeber ImmobilienfondsOffene Immobilienfonds waren bisher eine rentable Geldanlage für Privatpersonen, die ihr Geld im Ernstfall schnell zurückziehen konnten. Mit der neuen Gesetzgebung vom 22. Juli 2013 hat sich dies jedoch geändert. Offene Immobilienfonds bleiben beliebt, sind nun aber eine langfristige und deutlich sicherere Geldanlage.

Was sind Immobilienfonds?

Immobilienfonds sind Fonds für Anleger, die ihr Geld in Immobilien investieren möchten, ohne eigenständig ein Haus oder eine Wohnung zu kaufen. Bei diesen Fonds wird zwischen offenen und geschlossenen Immobilienfonds unterschieden. Geschlossene Immobilienfonds investieren das Geld in wenige feste Objekte und sind folglich sehr spekulativ. Bei offenen Immobilienfonds wird das Geld der Anleger hingegen sicherer in eine Fülle von Immobilien investiert.

Was sind die Vor- und Nachteile von Immobilienfonds?

Mit der Investition in einen Immobilienfonds lässt sich der unmittelbare Kauf einer Immobilie umgehen. Die direkteste Art, mithilfe eines Fonds Geld in Immobilien zu investieren, ist der geschlossene Immobilienfonds. Der Anleger ist genau über seine Investitionen informiert und erhält eine relativ gute Rendite. Die Investition in ein festes Projekt bringt aber auch Nachteile mit sich. Scheitert das Projekt, kann der Anleger viel Geld verlieren. Darüber hinaus sind geschlossene Immobilienfonds auf Großanleger ausgelegt, da sie meist einen Mindestinvestitionsbetrag von 10.000 Euro haben.

Bei einem offenen Immobilienfonds ist das Risiko für den Anleger deutlich geringer, da in viele Projekte gleichzeitig investiert wird. Anteile können schon ab einem geringen Investitionsbetrag erstanden werden, so dass sich auch Kleinanleger beteiligen können. Der Anleger weiß allerdings nur selten, in welche Projekte sein Geld tatsächlich investiert wird und erhält eine verhältnismäßig kleine Rendite.

Für wen eignen sich Immobilienfonds?

Wer viel Geld langfristig anlegen möchte und auch das hohe Risiko nicht scheut, sollte in einen geschlossenen Immobilienfonds investieren, um sich die hohe Rendite zu sichern. Offene Immobilienfonds lohnen sich hingegen auch für Kleinanleger. Die verschärfte Gesetzgebung hat diese Fonds nach der Finanzkrise wieder sicherer werden lassen, aber auch dafür gesorgt, dass die Investition in offene Immobilienfonds eine langfristige ist.

Wie finde ich gute Immobilienfonds?

Wer in Immobilienfonds investieren möchte, sollte sich bei Freunden und Bekannten umhören, die bereits Anleger sind. Erfahrungsberichte helfen dabei, die ideale Anlagemöglichkeit zu finden. Darüber hinaus testen viele Fachzeitschriften, zum Beispiel auch die Stiftung Warentest regelmäßig bekannte und unbekanntere Immobilienfonds. Neuanleger können sich mithilfe dieser Testergebnisse über Möglichkeiten, Chancen und Risiken gründlich informieren. Dann können die Fonds auch über einen sogenannten Fondsvermittler, wie etwa Fondsvermittlung24.de gekauft werden, denn dabei wird oft der Ausgabeaufschlag gespart. Anleger die sich ausführlich beraten lassen möchten, sollten sich jedoch lieber einen Termin bei der örtlichen Bank geben lassen.

Was änderte sich mit dem Gesetz vom 22. Juli 2013?

Mit der Finanzkrise verloren viele Anleger einen Großteil ihres Geldes. Nach diesen Erfahrungen wurden neue Gesetze verabschiedet, die das Risiko einer weiteren Finanzkrise minimieren sollen. Bereits im Januar 2013 trat ein Gesetz in Kraft, dass für offene Immobilienfonds eine Mindesthaltedauer von zwei Jahren und eine einjährige Kündigungsfrist einführte. Diese Gesetzgebung sollte ein schnelles Abstoßen der Anteile im Falle einer erneuten Finanzkrise verhindern. Privatanleger, die bis zu 30.000 Euro im Jahr in offene Immobilienfonds investierten, waren von den neuen Regelungen allerdings ausgenommen, so dass die meisten Privatanleger im Ernstfall ihre Anteile weiterhin schnell hätten verkaufen können.

Mit dem Gesetz vom 22. Juli 2013 wurde diese Ausnahmeregelung beseitigt. Für jeden Anleger, der ab dem 22. Juli 2013 in einen offenen Immobilienfond investiert, gelten eine zweijährige Mindesthaltedauer und eine einjährige Kündigungsfrist. Für Anleger, die schon vorher in offene Immobilienfonds investiert haben, ändert sich jedoch nichts.

Was sind die Vor- und Nachteile der Änderung?

Ein großer Nachteil der Gesetzesänderung ist die mangelnde Flexibilität der offenen Immobilienfonds, die diese bisher ausgezeichnet hatte. Anleger müssen nun lange Zeit nach ihrem Verkaufsentschluss auf ihr Geld warten. Die Unterscheidung zwischen Alt- und Neuanlegern ist ebenfalls unglücklich.

Der Vorteil der Gesetzesänderung vom 22. Juli 2013 liegt ganz klar in der neu gewonnenen Stabilität der Fonds. Im Falle einer erneuten Immobilienkrise hätten die Fondsgesellschaften mindestens ein Jahr Zeit, sich auf die hohe Auszahlung vorzubereiten.

Die Gesetzesänderung vom 22. Juli 2013 hat mehr Stabilität in die Branche der offenen Immobilienfonds gebracht. Auch wenn sich die Auswirkungen einer erneuten Finanzkrise nicht absehen lassen, bleibt diese Art der Geldanlage für Privatanleger lukrativ und ist durch die Änderung zudem sicherer geworden.

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